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Was kostet Englisch in der Kita? Preisstruktur, Gruppengröße und wer zahlt

von Marie Lindholm2. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Ein Vater und eine Erzieherin sprechen freundlich im sonnigen Eingangsbereich der Kita, der Vater hält die Hand seiner vierjährigen Tochter

Wer zahlt? Drei Kostenmodelle für Englisch in der Kita

Bevor Sie Preise vergleichen, lohnt die Frage, wer überhaupt zahlt. Beim Englischangebot in der Kita begegnen Ihnen in der Praxis drei Grundmodelle, und sie führen zu ganz unterschiedlichen Zahlen auf der Rechnung.

  • Eltern zahlen pro Kind: Die Familie schließt einen Vertrag mit dem Anbieter und zahlt pro Kind und Kursstunde oder pro Kursblock. Für die Kita fällt keine Rechnung an.
  • Einrichtung oder Träger zahlt: Die Kita bucht das Angebot für ihre Gruppen und bezahlt den Anbieter. Das Angebot erreicht dann alle Kinder, belastet aber das Budget der Einrichtung.
  • Mischformen: Der Träger oder ein Förderverein übernimmt einen Teil, etwa den Raum, die Organisation oder einen Zuschuss, und die Familien tragen den Rest.

Welche Form für Ihre Kita passt, hängt von Budget, Träger und Elternschaft ab. Ob und wie Eltern für Zusatzangebote Beiträge zahlen dürfen, richtet sich nach den Regeln Ihres Trägers und Ihres Bundeslandes. Dazu gibt der Beitrag Zusatzangebote in der Kita: Worauf Kita-Leitungen achten sollten einen Überblick. Hier geht es um etwas anderes: wie Sie Angebote preislich vergleichbar machen.

Der wichtigste Rechentrick: alles auf Euro pro Kind und Stunde umrechnen

Anbieter nennen Preise in sehr unterschiedlichen Formen: pro Stunde und Gruppe, pro Kind und Monat, pro Halbjahr oder als Paket. Dadurch sehen Angebote auf den ersten Blick ungleich aus, obwohl sie es nicht sind. Rechnen Sie jedes Angebot auf eine gemeinsame Einheit um, nämlich Euro pro Kind und Kursstunde, und notieren Sie dazu, wie lang die Stunde ist. Erst dann lassen sich zwei Angebote fair nebeneinanderlegen.

Dafür brauchen Sie drei Zahlen: den Gesamtpreis, die Zahl der Stunden, die er abdeckt, und die Zahl der Kinder, auf die er sich verteilt. Ein Gruppenpreis geteilt durch die Kinderzahl ergibt den Preis pro Kind. Der Preis pro Kind geteilt durch die Stundenzahl ergibt den Preis pro Kursstunde. Alles Weitere sind Bausteine, die den Preis erklären.

Die Preisbausteine, die Sie vergleichen sollten

Zwei Anbieter können bei gleichem Stundenpreis sehr Unterschiedliches liefern. Diese Bausteine sollten Sie in jedem Angebot finden und miteinander abgleichen:

  • Gruppengröße: Wie viele Kinder lernen gleichzeitig, und gilt der Preis auch bei kleinerer Gruppe?
  • Dauer der Stunde: 30, 45 oder 60 Minuten machen beim Stundenpreis einen deutlichen Unterschied.
  • Qualifikation: Wer leitet den Kurs, mit welchem pädagogischen Hintergrund und welcher Sprachkompetenz?
  • Material: Sind Instrumente, Bilderbücher und Spielmaterial im Preis enthalten, oder bringen Kita und Eltern sie mit?
  • Anfahrt: Kommt die Kursleitung in die Kita, oder müssen die Kinder irgendwohin gebracht werden? Werden Anfahrtskosten berechnet?
  • Laufzeit und Kündigung: Wie lange binden Sie sich, und wann ist ein Ausstieg möglich?
  • Probestunde: Gibt es eine Möglichkeit, das Angebot vorab zu erleben, und was kostet sie?

Gruppengröße: warum sie Preis und Qualität gleichzeitig prägt

Kleine Gruppen sind für Anbieter aufwendiger zu kalkulieren, denn die Kursleiterin ist für wenige Kinder im Einsatz. Pädagogisch haben sie einen klaren Vorteil. Susanne Kühn nennt in ihrem Fachtext zur Sprachförderung neben der Kompetenz der Fachkraft eine klare Strukturierung, einen hohen Anteil echter Förderzeit, regelmäßige Durchführung und eine kleine Gruppengröße als notwendig [1]. Der Text bezieht sich auf Sprachförderung allgemein, er sagt nichts über konkrete Preise, aber er erklärt, warum die Gruppengröße im Angebot nicht fehlen darf.

Hinzu kommt eine Rechenfalle. Bei einem Pauschalpreis pro Gruppe teilt sich der Betrag durch die Zahl der Kinder, und ein halb leerer Kurs wird für jede Familie teurer. Bei einem Preis pro Kind und Kursstunde bleibt der Betrag für die Familie stabil, egal wie voll die Gruppe ist. Beides ist legitim, aber Sie sollten wissen, was gilt. LearningBirds rechnet in der Kita pro Kind und Kursstunde, in Gruppen mit bis zu sechs Kindern, wie die Seite zur Englisch-Kooperation für Kitas und die Preisseite beschreiben.

Qualifikation, Material, Anfahrt und Vertrag: was im Preis steckt

Qualifikation, Material und Anfahrt

Die Qualifikation der Kursleitung ist der Baustein, der sich am schwersten in Zahlen fassen lässt. Kühn weist darauf hin, dass es in der Sprachförderung weniger auf die Methode als auf die Sprachförderkompetenzen der durchführenden Fachkraft ankommt [1]. Fragen Sie deshalb nach pädagogischem Hintergrund, Einarbeitung und erweitertem Führungszeugnis. Bei Englisch kommt die sprachliche Kompetenz hinzu. LearningBirds setzt in Englischkursen ausschließlich englische Muttersprachlerinnen und bilinguale Pädagoginnen mit Erfahrung in der frühkindlichen Bildung ein.

Material und Anfahrt sind die klassischen Posten, die in Angeboten fehlen und später als Zusatzkosten auftauchen. Bei den Preisen von LearningBirds sind Materialien und Instrumente inklusive, und die Kurse finden direkt in der Kita statt. Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob dieselben Leistungen eingeschlossen sind, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

Laufzeit, Kündigung und Probestunde

Auch Vertragsbedingungen sind Teil des Preises. Eine lange Bindung ohne Ausstiegsmöglichkeit ist für Familien riskanter als ein Vertrag mit klarer Kündigungsfrist. Bei LearningBirds laufen die Kurse halbjährlich und sind zum Ende jedes Kurshalbjahres mit sechs Wochen Frist kündbar. Verpasste Stunden können in einer Parallelgruppe nachgeholt werden, bei längerer Krankheit pausiert der Vertrag auf Nachweis.

Eine Probestunde hilft Familien und Leitung, bevor sie sich festlegen. Schmidt beschreibt als verbreitetes Format, dass Kitas Kindern ein- bis zweimal pro Woche für 30 bis 60 Minuten fremdsprachigen Kontakt ermöglichen [2]. Wie lang und wie dicht ein Angebot ist, sehen Sie am besten in der Praxis. LearningBirds bietet dafür eine unverbindliche Schnupperstunde an. Prüfen Sie bei jedem Anbieter, ob und zu welchen Bedingungen es eine Probestunde gibt.

Rechenbeispiel mit den Preisen von LearningBirds

Die folgenden Zahlen stammen von der Preisseite von LearningBirds: 15 Euro pro Kind und Kursstunde (45 Minuten) in der Kita-Gruppe mit bis zu sechs Kindern, 145 Euro für 10 Kursstunden und 280 Euro für 20 Kursstunden. Die Umrechnung auf Euro pro Kind und Kursstunde zeigt, was die Pakete bedeuten. Es handelt sich um ein Rechenbeispiel zur Methode, nicht um ein Angebot und keinen Marktvergleich.

VariantePreis pro KindRechnungEuro pro Kursstunde
Einzelne Kursstunde15 Euro15 Euro : 1 Stunde15,00 Euro
10 Kursstunden145 Euro145 Euro : 10 Stunden14,50 Euro (5 Euro weniger als 10 Einzelstunden)
20 Kursstunden280 Euro280 Euro : 20 Stunden14,00 Euro (20 Euro weniger als 20 Einzelstunden)

Die Preisseite nennt außerdem 10 Prozent Geschwisterrabatt auf den Kurspreis für jedes Geschwisterkind. Wie sich der Rabatt im Einzelfall berechnet, klären Eltern am besten direkt mit dem Anbieter.

Für die Einrichtung ist die Rechnung einfach: Die Kooperation ist für die Kita kostenlos, bezahlt wird pro Kind und Kursstunde direkt von den Eltern. Die Abrechnung läuft über die Eltern, die per Lastschrift zahlen, für die Kita entsteht kein Verwaltungsaufwand. Wer das Preismodell nachlesen möchte, findet es auf der Seite Preise von LearningBirds. Das Kursangebot selbst beschreibt Englisch für Kinder.

Wenn das Budget knapp ist: Förderung prüfen

Auf der Preisseite von LearningBirds steht, dass der Kursbeitrag über das Bildungs- und Teilhabepaket gefördert werden kann und dass das Team beim Antrag hilft. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschreibt für Kinder aus berechtigten Familien Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, zum Beispiel für die Mitgliedschaft im Sportverein oder den Unterricht in einer Musikschule [4]. Ob ein bestimmtes Kursangebot darunter fällt und ob die Familie anspruchsberechtigt ist, kann hier nicht beurteilt werden. Prüfen Sie das mit der zuständigen Stelle, bevor Sie sich auf eine Förderung verlassen.

Checkliste: Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen

Mit dieser Liste vergleichen Sie Angebote in einem Gespräch, ohne dass Preisschilder allein entscheiden:

  • Wie lautet der Preis pro Kind und Kursstunde, und wie lang ist eine Stunde?
  • Wie viele Kinder sind höchstens in einer Gruppe, und was gilt bei weniger Anmeldungen?
  • Wer leitet den Kurs, und mit welcher Qualifikation, Einarbeitung und welchem Führungszeugnis?
  • Welche Materialien sind enthalten, und fallen Anfahrts- oder Nebenkosten an?
  • Wer ist Vertragspartner, die Eltern oder die Einrichtung, und wie wird abgerechnet?
  • Wie lange läuft der Vertrag, und wie sind Kündigung und Pausen bei Krankheit geregelt?
  • Gibt es Rabatte für Geschwister oder Pakete, und wie werden sie berechnet?
  • Gibt es eine Probestunde, und zu welchen Bedingungen?

Wollnitz betont, dass es bei Sprachangeboten auf Qualität und Quantität des Sprachangebots ankommt [3]. Der niedrigste Preis ist deshalb nicht automatisch das beste Angebot, und das teuerste auch nicht. Wer die Fragen oben beantwortet bekommt, kann gut vergleichen. Wenn Sie zwischen Kurs und bilingualem Konzept schwanken, hilft der Beitrag Bilinguale Kita oder Englischkurs? bei der Einordnung. Die Zusammenarbeit mit einer Kita beschreibt die Seite Kita-Kooperation.

Häufige Fragen

Was kostet Englisch in der Kita?

Das hängt vom Anbieter und vom Modell ab. Vergleichbar werden Angebote, wenn Sie sie auf Euro pro Kind und Kursstunde umrechnen. Bei LearningBirds kostet eine Kursstunde (45 Minuten) in der Kita-Gruppe mit bis zu sechs Kindern 15 Euro pro Kind, 10 Kursstunden kosten 145 Euro und 20 Kursstunden 280 Euro.

Was kostet ein Englischkurs in der Kita pro Stunde?

Bei LearningBirds sind es 15 Euro pro Kind und Kursstunde. Im 10er-Paket entspricht das 14,50 Euro, im 20er-Paket 14 Euro je Stunde. Andere Anbieter rechnen teils anders ab, deshalb lohnt der Umrechnungsschritt auf Euro pro Kind und Stunde.

Wer zahlt für Englisch in der Kita?

Je nach Modell zahlen die Eltern direkt an den Anbieter, die Einrichtung oder der Träger, oder beide teilen sich die Kosten. Bei der LearningBirds-Kooperation zahlen die Eltern pro Kind und Kursstunde, für die Kita ist sie kostenlos.

Gibt es Förderung für Englischkurse in der Kita?

Auf der Preisseite von LearningBirds wird auf das Bildungs- und Teilhabepaket hingewiesen. Ob ein Kurs gefördert werden kann, hängt vom Einzelfall und von der Anspruchsberechtigung ab. Prüfen Sie das bei der zuständigen Stelle und sprechen Sie den Anbieter darauf an.

Worauf sollte ich beim Preisvergleich achten?

Auf Gruppengröße, Dauer der Stunde, Qualifikation der Kursleitung, Material, Anfahrt, Laufzeit mit Kündigungsfrist und die Möglichkeit einer Probestunde. Nur wenn diese Bausteine gleich sind, sind Preise wirklich vergleichbar.

Quellen

  1. [1]Frühe Mehrsprachigkeit im Kita-Alltag begleiten (Kühn, KiTa Fachtexte)
  2. [2]Zweitspracherwerb durch englische Immersion im Kindergarten (Schmidt, Forschung Sprache 2/2017)
  3. [3]Alltagsintegrierte Sprachbildung in bilingualen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen (Wollnitz, KiTa Fachtexte)
  4. [4]Leistungen des Bildungspakets (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
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