
Woher Halloween kommt und was davon in die Kita passt
Viele Kinder kennen Halloween aus dem Supermarkt, von älteren Geschwistern oder aus der Nachbarschaft. In der Kita taucht deshalb jedes Jahr dieselbe Frage auf: Feiern wir das, und wenn ja, wie? Ein kurzer Blick auf die Herkunft hilft bei der Antwort.
Die Library of Congress beschreibt die Wurzeln von Halloween im keltischen Fest Samhain, einer Feier zum Ende des Sommers und zum Einbringen der Ernte, bei der Feuer entzündet und Verkleidungen getragen wurden, um Geister fernzuhalten. [1] Im achten Jahrhundert legte Papst Gregor III. den ersten November als Tag zu Ehren der Heiligen fest, und der Abend davor hieß All Hallows Eve, später Halloween. [1] Auch die geschnitzte Laterne hat eine überraschende Geschichte: Ursprünglich wurden in Irland Rüben ausgehöhlt, erst später Kürbisse. [1]
Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren lässt sich daraus ein schöner Kern herausschälen: Ernte, Licht in der dunklen Jahreszeit, Verkleiden und Teilen. Die gruseligen Elemente, die heute oft im Vordergrund stehen, braucht es dafür nicht.
Warum Gruseln für Kita-Kinder kein Spaß ist
Erwachsene erleben Grusel als Spiel, weil sie wissen, dass alles nur Kulisse ist. Kleine Kinder wissen das noch nicht. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt die magische Phase zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr, in der Hexen, Monster und Geister in der kindlichen Vorstellung wirklich existieren. [3] Vier bis sechs Jahre alte Kinder haben nach derselben Quelle oft Angst vor Fantasiegestalten wie Monstern, Geistern und Gespenstern. [2]
Das ist kein Grund zur Sorge, denn Ängste sind bei Kindern weit verbreitet und gehören zur normalen Entwicklung. [2] Es ist aber ein guter Grund, eine Maske mit Fratze, eine Totenkopfdeko oder eine Gruselgeschichte im Morgenkreis wegzulassen. Was für ein Vorschulkind witzig ist, kann ein Dreijähriges die ganze Nacht beschäftigen.
Wenn ein Kind sich trotzdem fürchtet, empfiehlt der Elternratgeber des Instituts, sich nicht über die Angst lustig zu machen, sie ernst zu nehmen und mit dem Kind darüber zu sprechen, statt Sätze wie "Du brauchst doch keine Angst zu haben" zu sagen. [4] In der Praxis heißt das: kein Kind zum Verkleiden überreden, Rückzugsorte anbieten und mutiges Verhalten loben, auch wenn es nur ein kurzer Blick auf die Kürbislaterne war.
Englischer Wortschatz rund um Kürbis und Herbst
Für ein englisches Herbstfest brauchen Sie keine lange Vokabelliste. Wenige Wörter, die Kinder sehen, anfassen oder nachspielen können, wirken besser als viele. Die folgende Tabelle setzt bewusst auf freundliche Begriffe.
| Englisch | Deutsch | So wird es greifbar |
|---|---|---|
| pumpkin | Kürbis | Einen echten Kürbis befühlen, klopfen, wiegen |
| orange | orange | Alle orangen Dinge im Raum suchen |
| leaf, leaves | Blatt, Blätter | Blätter sammeln und in die Luft werfen |
| bat | Fledermaus | Mit den Armen flattern und kopfüber "schlafen" |
| owl | Eule | "Hoo, hoo" rufen und große Augen machen |
| cat | Katze | Auf allen vieren schleichen, leise miauen |
| moon | Mond | Einen Papiermond aufhängen, Licht an und aus |
| lantern | Laterne | Die eigene Kürbis- oder Martinslaterne zeigen |
| costume | Kostüm, Verkleidung | Hüte und Tücher aus der Verkleidungskiste |
| happy, scared | fröhlich, ängstlich | Gesichter zeigen und Gefühle benennen |
| trick or treat | Süßes oder Saures | Nur erklären, nicht nachspielen (siehe unten) |
Der Ausdruck "trick or treat" verdient eine kleine Erklärung für die Kinder: In manchen Ländern gehen verkleidete Kinder an diesem Abend von Tür zu Tür und bekommen eine Kleinigkeit geschenkt. Die Library of Congress nennt mehrere Theorien zur Herkunft, etwa dass bei Samhain Essen für die umherziehenden Geister hinausgestellt wurde. [1] Für die Kita reicht der Kern: Man klingelt, sagt freundlich etwas auf und bekommt etwas. Das lässt sich ohne Drohung als Spiel "Knock, knock, who is there?" an einer Pappkartontür nachspielen, bei der jedes Kind einen Apfelschnitz oder einen Herbstschatz bekommt.
Lassen Sie das Wort "scared" ruhig in der Tabelle. Gefühle zu benennen hilft, und ein Kind, das "I am a little scared" sagen kann, hat einen Weg gefunden, seine Angst mitzuteilen.
Rituale und Bewegungsspiele für das englische Kürbisfest
Kinder im Kita-Alter lernen eine Sprache über Wiederholung, Bewegung und vertraute Abläufe. Warum das so gut funktioniert, lesen Sie ausführlich im Ratgeber Englisch im Kindergarten. Hier geht es um konkrete Ideen für die Herbstwochen.
Pumpkin, pumpkin, where are you?
Ein kleiner Stoff- oder Plastikkürbis wird im Raum versteckt, während die Kinder die Augen zuhalten. Dann rufen alle gemeinsam "Pumpkin, pumpkin, where are you?" und suchen. Die Erzieherin hilft mit "hot" und "cold" oder mit Ortsangaben wie "under the table" und "behind the chair". Wer den Kürbis findet, darf ihn als Nächstes verstecken. So hören die Kinder Präpositionen immer wieder in einer echten Situation.
Owls and bats: ein Stopp-Spiel
Bei "owls" sitzen alle Kinder still wie Eulen auf einem Ast und machen große Augen, bei "bats" flattern sie durch den Raum, bei "moon" legen sie sich hin und schlafen. Das Spiel ist ein einfaches Reaktionsspiel und schult Zuhören, ganz ohne Übersetzung.
Ein festes Begrüßungsritual
Ein Handpuppenkürbis oder eine Stoffeule kann in den Herbstwochen den Morgenkreis eröffnen und jedes Kind mit "Hello, how are you today?" begrüßen. Musikalische Ideen für den Morgenkreis finden Sie in unserem Beitrag über englische Kinderlieder zum Mitsingen, weitere Rituale ohne Medien in den zehn Ideen für Englisch ohne Bildschirm.
Bastelideen mit englischen Wörtern
Basteln ist ein idealer Sprachanlass, weil Farben, Formen und Handgriffe ganz von selbst benannt werden. Sprechen Sie dabei einfach begleitend Englisch: "cut", "glue", "paint it orange", "big pumpkin, small pumpkin".
- Kürbisgesichter mit Gefühlen: Die Kinder malen oder kleben Kürbissen ein fröhliches, ein müdes oder ein überraschtes Gesicht. Dabei entstehen Wörter wie happy, sleepy und surprised, und kein Gesicht muss böse schauen.
- Fledermäuse aus Klopapierrollen: Eine schwarz bemalte Rolle, zwei Papierflügel und große Kulleraugen machen aus der Fledermaus eine freundliche Figur. Beim Aufhängen zählen die Kinder auf Englisch.
- Eulen aus Blättern: Gesammelte Herbstblätter werden zu Federn, zwei Papierkreise zu Augen. Wer mag, ruft dabei sein schönstes "Hoo, hoo".
- Laternen für Kürbisfest und Martinszeit: Eine Laterne mit Kürbismotiv lässt sich später auch beim Laternenumzug tragen und verbindet beide Feste.
Viele weitere Herbstideen mit Kastanien, Zapfen und Blättern sowie Hinweise zu sicheren Materialien finden Sie im Beitrag Basteln mit Naturmaterial.
Wenn Familien Halloween nicht feiern: Herbstfest und St. Martin
Nicht jede Familie möchte, dass ihr Kind Halloween feiert. Manche Eltern lehnen den Brauch aus religiösen Gründen ab, andere finden ihn zu kommerziell oder zu gruselig. Für die Kita ist das kein Problem, sondern eine Einladung zum Gespräch. Das Familienministerium empfiehlt im Programm Frühe Chancen, dass sich Fachkräfte und Eltern zu Festen austauschen, gemeinsame Regeln finden und diese auch mit den Kindern besprechen. [5]
- Nennen Sie das Fest offen ein Kürbisfest oder englisches Herbstfest. Der Name beschreibt, was tatsächlich passiert.
- Informieren Sie die Familien früh, etwa im Elternbrief, welche Wörter, Spiele und Bastelideen geplant sind.
- Verkleiden ist freiwillig. Ein Kind ohne Kostüm darf trotzdem mitspielen.
- Laden Sie Familien ein, eigene Herbstbräuche einzubringen. Die Frühe-Chancen-Seite nennt ausdrücklich die Möglichkeit, Eltern mit Geschichten und traditionellem Essen in die Kita einzuladen. [5]
Achten Sie darauf, dass das Kürbisfest die Laternenzeit und St. Martin nicht verdrängt. Beide Feste liegen nah beieinander, haben aber unterschiedliche Botschaften: Beim Kürbisfest geht es um Ernte und Farben, bei St. Martin um Teilen und Licht. Wer die Martinsgeschichte auf Deutsch erzählt und das Kürbisfest auf Englisch spielt, hält beide Feste auseinander und gibt jedem seine eigene Bedeutung.
Englisch über das Herbstfest hinaus
Ein Kürbisfest weckt oft Neugier auf mehr. Damit aus einem Projekt ein fester Bestandteil des Kita-Alltags wird, braucht es Regelmäßigkeit. Bei LearningBirds treffen sich Kinder von drei bis sechs Jahren einmal pro Woche zu einer Kursstunde von 45 Minuten in Gruppen mit bis zu sechs Kindern, direkt in der Kita während der Betreuungszeit. Wie eine solche Zusammenarbeit organisiert ist, erfahren Kita-Leitungen auf der Seite zur Kita-Kooperation Englisch, Eltern finden alle Informationen zur Lernwelt Englisch.
Ob im Kurs oder im Gruppenalltag: Die besten Herbstwochen sind die, in denen Kinder lachen, sich bewegen und ganz nebenbei ihr erstes "pumpkin" sagen, ohne dass sich irgendjemand fürchten muss.
Häufige Fragen
Darf man in der Kita Halloween feiern?
Ja, viele Kitas feiern ein Kürbis- oder Herbstfest mit Elementen von Halloween. Wichtig sind eine kindgerechte Gestaltung ohne Gruselelemente, eine frühe Information der Familien und die Freiwilligkeit beim Verkleiden.
Ab welchem Alter ist Halloween für Kinder geeignet?
Gruselige Figuren können Kinder im Kindergartenalter stark beschäftigen, weil Monster und Geister für sie in der magischen Phase wirklich existieren. Für Drei- bis Sechsjährige eignen sich deshalb freundliche Motive wie Kürbis, Eule, Fledermaus und Mond.
Welche englischen Wörter passen zu Halloween in der Kita?
Gut geeignet sind pumpkin, bat, owl, cat, moon, leaf, lantern und costume, dazu Gefühlswörter wie happy und scared. Wenige Wörter mit Bildern, Gesten und Bewegung wirken besser als eine lange Liste.
Was tun, wenn ein Kind an Halloween Angst bekommt?
Nehmen Sie die Angst ernst, machen Sie sich nicht darüber lustig und sprechen Sie mit dem Kind. Bieten Sie Nähe und einen ruhigen Rückzugsort an und loben Sie es für jeden kleinen mutigen Schritt.
Was ist eine Alternative zu Halloween in der Kita?
Ein Kürbis- oder Herbstfest mit englischen Wörtern, Bewegungsspielen und Bastelideen rund um Ernte und Farben. Laternenzeit und St. Martin behalten daneben ihren eigenen Platz.
Wie erkläre ich Kindern "trick or treat"?
Erklären Sie, dass in manchen Ländern verkleidete Kinder an Türen klingeln und eine Kleinigkeit geschenkt bekommen. In der Kita lässt sich das als freundliches Klopfspiel ohne Drohung nachspielen.
Quellen
- [1]The Origins of Halloween Traditions (Library of Congress, Headlines and Heroes)
- [2]Kindliche Ängste (kindergesundheit-info.de, BIÖG)
- [3]Die magische Phase (kindergesundheit-info.de, BIÖG)
- [4]Wie Ihr Kind seine Angst bewältigt (kindergesundheit-info.de, BIÖG)
- [5]Umgang mit verschiedenen Religionen in Kitas (Frühe Chancen, BMFSFJ)