
Sprechen lernen ist ein Abenteuer: Was ist im Kita-Alter normal?
Wenn Kinder die Welt der Wörter entdecken, ist das ein faszinierendes Abenteuer. Zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr vollzieht sich in der Sprachentwicklung ein gewaltiger Sprung. Der Wortschatz wächst rasant, Sätze werden länger und die Gedanken sprudeln oft schneller, als der Mund sie formen kann. In dieser intensiven Lernphase kommt es bei vielen Kindern vorübergehend zu Unflüssigkeiten im Sprechfluss. Rund 5 % aller Kinder durchlaufen eine Phase, in der sie Silben wiederholen oder mitten im Satz ins Stocken geraten. Das ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge: Bei der großen Mehrheit legen sich diese Stolperer ganz von alleine wieder.
Physiologische Sprechunflüssigkeiten im Spracherwerb
Diese entwicklungsbedingten Stolperer werden in der Fachwelt als physiologische Sprechunflüssigkeiten bezeichnet. Sie treten auf, weil die Koordination von Atmung, Stimme und der präzisen Bewegung von Lippen und Zunge im Gehirn noch feinjustiert werden muss. Typischerweise wiederholen Kinder in dieser Phase ganze Wörter oder Satzteile, ohne dabei unter Anspannung zu stehen oder Frustration zu zeigen. Sie sprechen munter weiter und behalten ihre natürliche Freude am Erzählen. Solange diese Phasen kommen und gehen und das Kind ohne Anstrengung spricht, gilt dies als natürlicher Teil des Lernprozesses.
- Wiederholung von ganzen Wörtern oder Satzteilen (z. B. 'Und und und dann sind wir gegangen')
- Kein spürbarer Kraftaufwand oder körperliche Anspannung beim Sprechen
- Die Sprechunflüssigkeiten treten phasenweise auf und verschwinden nach einigen Wochen wieder von selbst
- Das Kind zeigt eine ungetrübte Sprechfreude und korrigiert sich meist nicht frustriert selbst
Obwohl diese Phasen meist harmlos sind, ist es für Eltern wichtig, den Sprechfluss aufmerksam und feinfühlig zu begleiten. Sollten die Stolperer jedoch länger als sechs Monate anhalten, sich das Kind beim Sprechen merklich anstrengen oder gar Sprechsituationen meiden, empfiehlt es sich, genauer hinzusehen. Bei anhaltenden oder deutlichen Auffälligkeiten sollten Eltern stets die Kinderärztin oder den Kinderarzt kontaktieren. Als pädagogischer Partner unterstützen wir Familien mit Angeboten wie unserer spielerischen Sprachförderung für 2 bis 7 Jahre. Unsere Kurse sind ausdrücklich pädagogisch und präventiv ausgerichtet. Sie dienen dazu, die allgemeine Sprechfreude, die Lautbildung und den Wortschatz in einer entspannten Kleingruppe zu stärken, und sind somit eine wertvolle Ergänzung zum Alltag.
Stottern: Wenn der Redefluss ins Stocken gerät
Wenn das eigene Kind beim Erzählen plötzlich ins Stocken gerät, machen sich viele Eltern verständlicherweise Sorgen. Stottern ist eine spezifische Störung des Sprechablaufs, die sich deutlich von normalen kindlichen Unflüssigkeiten unterscheidet. Während viele Kinder im Kindergartenalter vorübergehende Phasen der Wortsuche durchlaufen, betrifft das echte, dauerhafte Stottern weltweit ca. 1 % aller Kinder und Jugendlichen. Für betroffene Familien ist es wichtig zu wissen, dass es sich hierbei nicht um Faulheit oder mangelnde Konzentration handelt, sondern um eine neurologisch bedingte Veranlagung, bei der die Koordination der Sprechmuskulatur kurzzeitig unterbrochen wird.
Die typischen Kernsymptome des Stotterns
Die Wissenschaft unterscheidet beim Stottern klare Kernsymptome, die in drei Hauptkategorien unterteilt werden können. Zum einen kommt es zu unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten oder Silben, bei denen das Kind beispielsweise K-k-k-Katze sagt. Zum anderen treten Dehnungen auf, bei denen einzelne Laute unnatürlich in die Länge gezogen werden, wie bei Ssssssonne. Das dritte typische Merkmal sind stumme oder hörbare Blockaden, bei denen das Sprechen wie blockiert wirkt und der Luftstrom für Sekunden unterbrochen ist. Diese Symptome treten meist völlig unerwartet auf und führen oft zu einer spürbaren körperlichen Anspannung im Bereich der Lippen, des Kiefers oder der gesamten Atemmuskulatur.
- Laut- und Silbenwiederholungen: Das mehrfache Wiederholen einzelner Laute oder Silben zu Beginn eines Wortes.
- Lautdehnungen: Das Dehnen von Konsonanten oder Vokalen über einen unnatürlich langen Zeitraum.
- Blockaden: Ein plötzliches Steckenbleiben mitten im Wort oder Satz, oft begleitet von sichtbarem Kraftaufwand.
- Körperliche Anspannung: Deutliche Anstrengung in der Gesichts- oder Atemmuskulatur während des Sprechens.
Begleitbewegungen und das Störungsbewusstsein
Neben den eigentlichen Sprechsymptomen entwickeln viele betroffene Kinder im Laufe der Zeit sogenannte Begleitbewegungen. Dazu gehören beispielsweise auffälliges Augenzwinkern, Kopfbewegungen oder das Mitbewegen der Hände, die unbewusst eingesetzt werden, um die Sprechblockade zu überwinden. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Redeflussstörungen ist zudem das früh ausgeprägte Störungsbewusstsein. Viele Kinder merken sehr genau, dass ihr Sprechen ins Stocken gerät. Dies kann zu Frustration, Scham oder Angst vor dem Sprechen führen. Umso wichtiger ist es, im Alltag eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der das Kind ohne Zeitdruck und Leistungsanspruch sprechen darf.
Im Alter von zwei bis vier Jahren sind gewisse Unflüssigkeiten im Rahmen der normalen Sprachentwicklung völlig unbedenklich, da der Wortschatz oft schneller wächst als die motorische Sprechfähigkeit Sprachentwicklung beim Kind. Eltern können diese Phasen im Alltag feinfühlig begleiten. Eine zusätzliche, spielerische Unterstützung bietet unsere Sprachförderung für 2 bis 7 Jahre, bei der wir die Sprechfreude in Kleingruppen stärken. Sollten die Auffälligkeiten jedoch länger als sechs Monate anhalten, sehr ausgeprägt sein oder das Kind sichtlich belasten, empfiehlt es sich, eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt aufzusuchen. Ein Mediziner kann im Bedarfsfall eine entsprechende logopädische Unterstützung veranlassen, während pädagogische Angebote weiterhin die Freude an der Kommunikation begleiten.
Poltern: Wenn die Gedanken die Zunge überholen
Manche Kinder sprudeln beim Sprechen regelrecht über. Die Worte purzeln ungeordnet heraus, Silben werden verschluckt und das Sprechtempo ist so hoch, dass Mitmenschen dem Sinn kaum noch folgen können. Dieses Phänomen nennt sich Poltern. Es ist eine Form der Redeflussauffälligkeit, die im Kindesalter bei schätzungsweise bis zu 1,5 % aller Kinder auftritt. Ein ganz wesentlicher Unterschied zum Stottern liegt darin, dass beim Poltern keinerlei körperliche Anspannung oder sichtbare Anstrengung beim Sprechen zu beobachten ist. Das Kind spricht zwar extrem schnell und unregelmäßig, tut dies jedoch völlig mühelos und ohne physischen Druck.
Die typischen Merkmale: Silbenauslassungen und undeutliche Aussprache
Beim Poltern verschmelzen Wörter oft miteinander, weil das Kind Silben oder ganze Wortteile auslässt. Die Aussprache wirkt dadurch verwaschen oder undeutlich, was die Verständlichkeit im Alltag stark einschränkt. Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist das anfangs sehr geringe Bewusstsein der Kinder für ihre eigene Sprechweise. Während stotternde Kinder oft genau merken, wenn sie hängen bleiben, ist das bei polternden Kindern meist nicht der Fall. Sie bemerken die eigene Hastigkeit nicht und sind überrascht, wenn sie gebeten werden, das Gesagte zu wiederholen. Für die normale Sprachentwicklung ist ein zeitweilig schnelleres Reden zwar völlig gewöhnlich, doch beim echten Poltern bleibt diese Eigenschaft dauerhaft bestehen.
- Ein extrem hohes und stark schwankendes Sprechtempo
- Häufiges Auslassen, Vertauschen oder Verschleifen von Lauten und Silben
- Keine Anzeichen von körperlicher Mitbewegung oder Anspannung beim Sprechen
- Ein geringes Bewusstsein für die eigene undeutliche Aussprache im Alltag
- Schwierigkeiten, Gedanken logisch und in der richtigen Reihenfolge zu strukturieren
Warum die Gedanken schneller sind als der Mund
Hinter dem Poltern steckt häufig eine Schwierigkeit, die eigenen Gedanken beim Sprechen schnell genug zu strukturieren. Der Kopf des Kindes ist bereits drei Sätze weiter, während die Zunge noch mit dem ersten Wort beschäftigt ist. Hier können Eltern im Alltag wunderbar ansetzen, indem sie einen ruhigen, strukturierten Rahmen schaffen. Geduldiges Zuhören, Blickkontakt auf Augenhöhe und das Vermeiden von Sätzen wie "Sprich doch mal langsamer" nehmen den Druck und stärken die Freude am Sprechen. Auch Spiele, die den Wortschatz fördern und die phonologische Bewusstheit schulen, unterstützen die Kinder dabei, ein besseres Gefühl für den Rhythmus der Sprache zu entwickeln. Wer die Sprechfreude spielerisch anregen möchte, kann dies hervorragend durch gemeinsame Reime, Lieder und dialogisches Vorlesen tun.
Als privater Anbieter für frühkindliche Bildungskurse begleitet LearningBirds Familien genau auf diesem spielerischen Weg. In unserer pädagogischen Kursreihe Sprachförderung unterstützen qualifizierte Kursleiterinnen Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren in kleinen, geschützten Gruppen ganz ohne Leistungsdruck. Unsere Angebote verstehen sich als rein pädagogische und präventive Begleitung, um die Sprechfreude und Lautbildung spielerisch zu stärken. Wir bieten ausdrücklich keine medizinischen Maßnahmen oder logopädische Fachleistungen an. Sollten Sie bei Ihrem Kind anhaltende oder sehr deutliche Auffälligkeiten im Redefluss bemerken, ist es ratsam, zur Abklärung die eigene Kinderärztin oder den Kinderarzt hinzuzuziehen.
Der direkte Vergleich: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Wenn Ihr Kind beim Sprechen ins Stocken gerät, fragen Sie sich als Eltern verständlicherweise, ob es sich um eine vorübergehende Phase oder um eine tiefergehende Redeflussauffälligkeit handelt. Während die reguläre Sprachentwicklung beim Kind im Alter von zwei bis fünf Jahren von natürlichen Unflüssigkeiten geprägt ist, weisen Stottern und Poltern ganz unterschiedliche Merkmale auf. Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur im Tempo, sondern vor allem in der körperlichen Anspannung und dem Bewusstsein für das eigene Sprechen.
| Merkmal | Stottern | Poltern |
|---|---|---|
| Sprechtempo | Meist normales Tempo, das jedoch durch unfreiwillige Blockaden, Dehnungen oder Lautwiederholungen unterbrochen wird. | Sehr hohes, unregelmäßiges und hastiges Sprechtempo, bei dem Silben oder Laute oft verschmelzen oder ausgelassen werden. |
| Körperliche Anspannung | Häufig deutlich spürbar, beispielsweise durch erhöhte Körperspannung oder einen angestrengten Gesichtsausdruck. | Keine spürbare oder sichtbare körperliche Anspannung; das Kind wirkt beim Sprechen entspannt. |
| Störungsbewusstsein | Oft stark ausgeprägt; das Kind bemerkt das Stolpern und entwickelt mitunter Sprechangst oder Frustration. | Meist sehr gering; das Kind nimmt das schnelle Sprechen kaum selbst wahr und verspürt keinen direkten Leidensdruck. |
| Sprechen unter Stress | Die Symptome verstärken sich in Stresssituationen oder unter Zeitdruck meist deutlich. | Die Auffälligkeiten zeigen sich unter Stress weniger stark oder nehmen ab, wenn sich das Kind bewusst auf das Sprechen konzentriert. |
Körperliche Anspannung versus hastiges Sprechtempo
Das Stottern äußert sich vor allem durch unfreiwillige Wiederholungen von Lauten oder Silben, Dehnungen und stumme Blockaden, bei denen scheinbar kein Ton herauskommt. Oft ist dies mit einer sichtbaren Anstrengung, einer erhöhten Muskelspannung im Gesicht oder sogar Fluchtbewegungen verbunden. Im Gegensatz dazu ist Poltern durch ein extrem hohes und unregelmäßiges Sprechtempo gekennzeichnet. Kinder, die poltern, stolpern nicht aus Anstrengung über ihre Worte, sondern überstürzen sich beim Sprechen. Die Wörter fließen so schnell, dass Laute ineinanderfließen, Silben ausgelassen werden und die Aussprache verwaschen wirkt.
Das Bewusstsein für den eigenen Redefluss
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das Störungsbewusstsein. Stotternde Kinder bemerken ihre Sprechunflüssigkeiten meist sehr genau. Dadurch kann ein Leidensdruck entstehen, der im Alltag zu Sprechangst oder dem Vermeiden bestimmter Wörter führt. Beim Poltern ist das anders: Dem Kind ist das eigene unregelmäßige Tempo in der Regel kaum bewusst. Es spricht meist flüssiger und verständlicher, wenn es sich ganz bewusst auf das Sprechen konzentriert oder in einer ruhigen Umgebung mit einer vertrauten Person spricht.
Wann ist pädagogische Begleitung sinnvoll?
Als Eltern können Sie den Redefluss Ihres Kindes im Alltag stärken, indem Sie ihm ohne Druck begegnen und die allgemeine Sprechfreude fördern. Unsere spielerische Sprachförderung bietet hierfür eine wertvolle, rein pädagogische und präventive Begleitung in Kleingruppen. Sie dient ausdrücklich nicht als Ersatz für eine medizinische Logopädie. Wenn Sie jedoch den Wortschatz erweitern und die Lautbildung stärken möchten, helfen unsere Kurse, das Selbstbewusstsein der Kinder zu festigen. Bitte beachten Sie: Bei anhaltenden oder deutlichen Auffälligkeiten des Redeflusses, die über die alterstypischen Unflüssigkeiten hinausgehen, sollten Sie stets Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt kontaktieren, um eine professionelle Einschätzung zu erhalten.
Wann ist der Gang zur Kinderarztpraxis ratsam?
Viele Eltern machen sich verständlicherweise Sorgen, wenn ihr Kind plötzlich Worte wiederholt oder beim Sprechen ins Stocken gerät. Hier ist zunächst einmal Beruhigung angesagt: In den meisten Fällen handelt es sich im Kindergartenalter um ein vorübergehendes Phänomen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bei rund 60 bis 80 Prozent aller betroffenen Kleinkinder eine sogenannte Spontanremission eintritt. Das bedeutet, dass sich die Unflüssigkeiten im Laufe der Entwicklung ganz von alleine wieder legen, während das Gehirn reift und die sprachlichen Fähigkeiten weiter ausbaut. Dennoch ist es wichtig, die Sprachentwicklung beim Kind aufmerksam zu begleiten, um den richtigen Zeitpunkt für eine professionelle Abklärung nicht zu versäumen.
Die zeitliche Faustregel: Wann das Abwarten endet
Als grobe zeitliche Orientierung gilt: Wenn die unflüssigen Phasen wie Blockaden, Dehnungen oder häufige Wortwiederholungen länger als sechs Monate unvermindert anhalten, sollten Sie eine Kinderarztpraxis aufsuchen. Ein weiteres Kriterium ist das Alter des Kindes bei den ersten Anzeichen. Tritt das Stocken erst nach dem vierten Geburtstag neu auf, ist die Wahrscheinlichkeit einer von selbst ausbleibenden Besserung geringer als bei jüngeren Kindern. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann die Situation objektiv einschätzen und bei Bedarf den Weg für eine gezielte logopädische Unterstützung ebnen.
Warnsignale für echten Leidensdruck
Neben der reinen Dauer des veränderten Redeflusses spielen vor allem Begleitsymptome eine entscheidende Rolle. Wenn ein Kind spürt, dass das Sprechen nicht mühelos gelingt, kann sich ein emotionaler Leidensdruck aufbauen. Achten Sie auf folgende Alarmsignale, die eine zeitnahe pädiatrische Abklärung erforderlich machen:
- Körperliche Mitbewegungen wie das Zusammenkneifen der Augen, Grimassieren oder sichtbare Anspannung im Hals- und Kieferbereich beim Sprechen.
- Vermeidungsverhalten, bei dem das Kind bestimmte Wörter umgeht, das Sprechen ganz verweigert oder sich aus Gesprächen im Familien- und Kita-Alltag zurückzieht.
- Hörbare Anstrengung beim Atmen oder ein plötzliches Abbrechen des Blickkontakts in Momenten der Sprechunflüssigkeit.
- Frustration oder Traurigkeit, wenn Sätze nicht flüssig gelingen, oft gefolgt von Aussagen des Kindes, dass es nicht sprechen möchte.
Stellen Sie solche Verhaltensweisen fest, sollten Sie nicht die sechs Monate abwarten, sondern zeitnah einen Termin in Ihrer pädiatrischen Praxis vereinbaren. Eine frühe Abklärung gibt Ihnen als Familie Sicherheit und sorgt dafür, dass Ihr Kind die passende logopädische Begleitung erhält, falls diese notwendig ist.
Für den Alltag gilt: Begleiten Sie Ihr Kind stets mit viel Geduld und ohne Leistungsdruck. Unsere pädagogische Sprachförderung setzt genau hier an. In Kleingruppen stärken qualifizierte Kursleiterinnen spielerisch die Sprechfreude und die Lautbildung. Wir bieten ausdrücklich keine medizinische Logopädie an, sondern unterstützen die natürliche Freude an der Kommunikation präventiv durch dialogisches Vorlesen, Erzählkreise und anregende Wortschatzspiele.
Spielerische Sprachförderung im Alltag: Sprechfreude wecken
Im stressfreien Familienalltag liegt der Schlüssel, um die natürliche Sprechfreude von Kindern sanft zu begleiten. Eine besonders wirksame Methode ist das dialogische Vorlesen, bei dem Kinder nicht nur passiv zuhören, sondern aktiv in das Gespräch über das Bilderbuch einbezogen werden. Indem Sie offene Fragen stellen und die Äußerungen Ihres Kindes erweitern, können Sie spielerisch den Wortschatz fördern und die Lautbildung unterstützen, ganz ohne Leistungsdruck.
Neben dem dialogischen Vorlesen bieten Reime, Lieder und kleine Erzählkreise im Alltag eine wunderbare Möglichkeit, das Gehör und die Lautwahrnehmung zu schulen. Durch den Rhythmus und die Melodie prägen sich Satzstrukturen und Silben fast wie von selbst ein. Dies stärkt langfristig die phonologische Bewusstheit, welche eine wesentliche Grundlage für den späteren Schulstart darstellt.
- Ausreden lassen und Blickkontakt halten: Schenken Sie Ihrem Kind ungeteilte Aufmerksamkeit und signalisieren Sie Geduld, wenn es nach Worten sucht.
- Inhalt vor Form stellen: Korrigieren Sie Aussprachefehler nicht direkt, sondern wiederholen Sie den Satz Ihres Kindes einfach in der korrekten Form als korrektives Feedback.
- Das eigene Sprechtempo anpassen: Sprechen Sie selbst ruhig, deutlich und mit angemessenen Pausen, um ein natürliches Vorbild zu bieten.
- Keine Sätze beenden oder vorsprechen: Vermeiden Sie es, Sätze ungefragt zu vervollständigen, da dies den Sprechfluss unterbrechen und Frustration erzeugen kann.
Als wertvolle Ergänzung für die häusliche Förderung begleitet LearningBirds Familien mit einem gezielten pädagogischen Angebot. Die spielerische Sprachförderung für 2 bis 7 Jahre ist ausdrücklich als präventive Begleitung konzipiert und versteht sich nicht als medizinische Logopädie oder Sprachtherapie. Vielmehr geht es darum, in einer wertschätzenden Kleingruppe von bis zu sechs Kindern die pure Freude am Sprechen zu wecken.
Das Programm ist feinfühlig auf den Entwicklungsstand der Kinder abgestimmt: Während in der Stufe Plappermäulchen für Kinder von 2 bis 4 Jahren die Freude am Entdecken von Lauten und Wörtern im Vordergrund steht, widmen sich die Wortakrobaten für Kinder von 4 bis 7 Jahren bereits komplexeren Sprachspielen und der phonologischen Bewusstheit. Geleitet von qualifizierten Kursleiterinnen direkt in der Kita oder zu Hause, wird hier ein geschützter Raum für die individuelle Sprachentwicklung beim Kind geschaffen. Sollten Sie als Eltern jedoch anhaltende, ausgeprägte Auffälligkeiten im Redefluss bemerken, ist es stets ratsam, die Kinderärztin oder den Kinderarzt für eine Abklärung aufzusuchen.
Wenn Sie speziell zum Stottern mehr erfahren möchten, hilft Ihnen unser Ratgeber Stottern bei Kindern dabei, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten von einem echten Stottern zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Stottern und Poltern?
Der Hauptunterschied liegt im Sprechtempo und der körperlichen Anspannung. Beim Stottern weiß das Kind genau, was es sagen will, bleibt aber an Lauten oder Silben hängen (oft mit Anspannung oder Blockaden). Beim Poltern sprechen Kinder überhastet und unregelmäßig schnell, wodurch Silben verschluckt oder verschliffen werden. Poltern tritt laut dem Deutschen Bundesverband für Logopädie bei bis zu 1,5 % der Kinder auf, während Stottern etwa 1 % betrifft.
Ist vorübergehendes Stottern im Kita-Alter normal?
Ja, im Alter von 2 bis 5 Jahren durchlaufen rund 5% der Kinder Phasen unvollständigen Redeflusses, das sogenannte physiologische Entwicklungsstottern. Dies liegt meist daran, dass das Denken schneller ist als die motorische Sprechfertigkeit. In bis zu der Fälle verliert sich diese Unflüssigkeit ganz von allein wieder, weshalb Eltern zunächst Ruhe bewahren sollten
Wie kann ich mein Kind bei Sprechunflüssigkeiten unterstützen?
Sie können die Sprechfreude und Lautbildung spielerisch begleiten, indem Sie geduldig zuhören, Ihr Kind ausreden lassen und Blickkontakt halten. Vermeiden Sie Sätze wie 'Sprich langsamer' oder 'Hol erst mal Luft'. Nutzen Sie Lieder, Reime und dialogisches Vorlesen, um die phonologische Bewusstheit ganz ohne Leistungsdruck zu fördern.
Ersetzt die pädagogische Sprachförderung eine Logopädie?
Nein, pädagogische Sprachförderung ist eine präventive und unterstützende Begleitung, ausdrücklich keine medizinische Logopädie. Sie dient dazu, die allgemeine Sprechfreude und den Wortschatz im Alltag spielerisch zu stärken. Bei echten Redeflussstörungen, die eine logopädische Unterstützung erfordern, muss stets eine ärztliche Einschätzung eingeholt werden.
Wann sollten wir wegen Sprechunflüssigkeiten zum Kinderarzt gehen?
Ein Besuch in der Kinderarztpraxis ist ratsam, wenn die Unflüssigkeiten länger als sechs Monate anhalten, das Kind sichtlich unter dem Sprechen leidet (z. B. durch Frust oder Rückzug) oder körperliche Mitbewegungen wie Grimassieren auftreten. Der Kinderarzt kann die Situation fachlich einschätzen und bei Bedarf den Kontakt zu logopädischen Praxen empfehlen.
Gibt es beim Poltern auch Blockaden?
Nein, im Gegensatz zum Stottern treten beim Poltern keine echten Blockaden oder Dehnungen mit körperlicher Anspannung auf. Das Sprechen wirkt eher verwaschen, hastig und stolpernd, weil die Silben ineinanderfließen oder ausgelassen werden. Kinder mit Poltern bemerken ihre Sprechweise meist selbst nicht, während stotternde Kinder oft ein hohes Störungsbewusstsein haben.