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Springen lernen bei Kindern: vom Hüpfen zum sicheren Sprung

von Emily Whitford15. September 20264 Min. Lesezeit
Ein Kita-Kind springt mit beiden Füßen gleichzeitig von einer kleinen flachen Bank auf eine weiche Turnmatte, die Arme zum Gleichgewicht ausgebreitet, in einer hellen Turnhalle

Wann lernen Kinder springen? Die Sprung-Meilensteine im Überblick

Kinder lernen Springen in einer klaren Abfolge: Die ersten Hüpfversuche zeigen sich meist ab etwa 2 Jahren, ein sicherer Sprung gelingt im Durchschnitt mit etwa 2,5 Jahren, und ab etwa 3 Jahren springen Kinder beidbeinig vom Boden und von kleinen Erhöhungen. Hüpfen auf einem Bein und Springen mit Anlauf folgen typischerweise zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr. Wichtig zu wissen: Diese Altersangaben sind Durchschnittswerte. Die zeitliche Spannbreite ist groß, und Kinder entwickeln ihre Beweglichkeit auf sehr unterschiedliche Weise.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Sprung-Meilensteine zusammen. Sie stützt sich vor allem auf den Meilenstein-Katalog des MSD Manual, der die Durchschnittsalter für grobmotorische Fähigkeiten vom 18. Monat bis zum 6. Lebensjahr listet, ergänzt um Angaben zur Bewegungsentwicklung von kindergesundheit-info und dem Familienportal NRW.

Alter (Durchschnitt)Was Kinder typischerweise springen
ca. 2 JahreErste Hüpf- und Sprungversuche: Kinder hüpfen, klettern und springen über Pfützen, sobald sie sicher laufen
2,5 JahreSpringt (erster sicherer Sprung)
ca. 3 JahreLäuft, rennt, hüpft, klettert und springt sicher, auch von niedrigen Erhöhungen
4 JahreHüpft auf einem Fuß
5 JahreSpringt Seil

Wie groß die individuelle Streuung ist, zeigt eine Studie des Kinderspitals und der Universität Zürich sowie der Universität Lausanne: Mit drei Jahren konnten erst etwa 40 Prozent der gesunden Kinder auf einem Bein stehen, mit fünf Jahren gelang es allen untersuchten Kindern. Auf einem Bein eine Strecke hüpfen konnten die Dreijährigen erst die wenigsten, was die Forschenden ausdrücklich als völlig normal einstuften.

Für Eltern und Erzieherinnen heißt das: Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit dem Kalender, sondern beobachten Sie seine eigene Sprungstufenfolge. Dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf die Sprungentwicklung; die allgemeine Grobmotorik und das Gleichgewicht werden nur am Rand gestreift.

Häufige Fragen

Mit wie vielen Jahren können Kinder zum ersten Mal springen?

Erste Hüpferversuche zeigen viele Kinder schon mit etwa 2 Jahren, wenn sie beide Füße gleichzeitig vom Boden abdrücken. Der erste echte Sprung gelingt im Durchschnitt mit 2,5 Jahren, wie die Meilensteintabelle des MSD-Manuals zeigt. Die zeitliche Spannbreite ist groß: manche Kinder springen früher, andere erst Monate später, das ist normal.

Wann hüpfen Kinder auf einem Bein?

Viele Kinder hüpfen mit etwa 4 Jahren erste Male auf einem Bein, sicher beherrschen es die meisten erst mit 5 Jahren. Eine Zürcher Studie mit Normdaten für 3- bis 5-Jährige zeigt: Mit 3 Jahren konnten erst etwa 40 Prozent der Kinder kurz auf einem Bein stehen, mit 5 Jahren konnten es alle. Einbeiniges Hüpfen ist also ein Meilenstein des späten Vorschulalters.

Welche Übungen fördern das Springen bei Kindern?

Für 2- bis 3-Jährige eignen sich Hüpfspiele wie Sackhüpfen oder das Springen über Linien und Pfützen. Für 3- bis 4-Jährige bieten sich Reifensprünge und der Zielweitsprung in einen Reifen nach kurzem Anlauf an, wie er in der Kinderleichtathletik ab der Altersklasse U8 geübt wird. Ab 4 bis 5 Jahren kommen Einbeinhüpfer-Parcours und rhythmisches Anspringen dazu. Wichtig ist, dass die Übungen spielerisch bleiben und kein Leistungsdruck entsteht.

Wie sichere ich Springen in Kita und zu Hause ab?

Erhöhte Absprunghöhen ab etwa 60 cm, also etwa Kinderstuhl- oder Kindertischhöhe, sollten mit Matten gesichert werden, und zwar im gesamten Fallraum von mindestens 150 cm um die erhöhte Stelle. Dazu kommen rutschfeste, flache Schuhe oder Barfußturnen, Kleidung ohne Kordeln und Kapuzen und ein wachsames, aber nicht ängstliches Auge. Kinder haben eine etwa doppelt so lange Reaktionszeit wie Erwachsene, deshalb zählt jede Bewegungserfahrung.

Warum ist die Bewegungslandschaft gut zum Springen lernen?

Eine Bewegungslandschaft ist eine gestaltete Umgebung aus Matten, Bänken, Weichboden und Reifen, die Kinder zum Klettern, Balancieren und Springen einlädt. Kinder suchen sich dort selbst die Sprungaufgabe, die zu ihrem Können passt, und steigern sich in ihrem Tempo. In der Pädagogik gilt sie als offenes Bewegungsangebot, das Körperwahrnehmung, Mut und Selbstvertrauen nebenbei mitwächst.

Mein Kind springt noch nicht und meidet Sprungspiele. Was kann ich tun?

Zunächst: Gelassen bleiben und kein Druck aufbauen. Viele Kinder brauchen einfach mehr Zeit oder mehr Gelegenheit, sich zu bewegen. Hilfreich sind vielfältige Bewegungsangebote, Bestärkung und kleine, erreichbare Sprungziele wie eine niedrige Kante auf eine Matte. Wenn ein Kind über längere Zeit auffällig unsicher hüpft, balanciert oder oft stolpert, empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, das bei der kinderärztlichen Praxis oder einer Frühförderstelle ansprechen, am besten bei der nächsten U-Untersuchung.

Lohnt sich ein Bewegungskurs wie Kinderturnen für die Sprungentwicklung?

Ja, begleitete Bewegungsangebote können sinnvoll sein, weil sie geschützte Räume mit altersgerechtem Material und geschulter Begleitung bieten. Ein Kurs wie Turnen & Bewegung (Kinderturnen & Psychomotorik) kombiniert Klettern, Balancieren und Springen und richtet sich an Kinder von 2 bis 6 Jahren. Eine Schnupperstunde zeigt meist schnell, ob das Kind sich dort wohlfühlt.

Quellen

  1. [1]kindergesundheit-info.de
  2. [2]msdmanuals.com
  3. [3]familienportal.nrw
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